Der Karneval in Rio de Janeiro (portugiesisch Rio-Carnaval) beginnt offiziell am Freitag vor Aschermittwoch und ist eine der Hauptattraktionen der Stadt. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den größten Festen der Welt.
Organisiert wird der Karneval vom Tourismusbüro der Stadt in Zusammenarbeit mit der Liga der Sambaschulen Liga Independente das Escolas de Samba do Rio de Janeiro (LIESA). Aber auch die übertragenden Fernsehsender sprechen meist ein Wort mit.
Jede Escola de Samba wählt jährlich ein bestimmtes Thema, entsprechend werden dann die Festwagen dekoriert, und die Kostüme darauf abgestimmt. Danach werden Einzelheiten, wie Rhythmus, Choreographie, Präsentation, Zusammenspiel der Gruppe etc. abgestimmt. Die meisten der prächtig kostümierten Könige, Königinnen, Prinzessinnen und Baianas (in den weiten, weißen Trachten bahianischer Frauen) haben das ganze Jahr über hart gearbeitet, um sich die Kostüme leisten zu können, die sie hier für nur wenige Stunden tragen.
Jedes Jahr steigt eine Schule – alle sind, wie beim Fußball, in insgesamt vier Ligen aufgeteilt – mit der besten Punktzahlen aus der Ersten Liga in die Grupo Especial auf. Für die Gewinner der Grupo Especial gibt es einen Geldpreis, fast noch wichtiger ist jedoch die Ehre, Mitglied einer Gewinnerschule in dieser Gruppe zu sein.
Die Reihenfolge der einzelnen Paraden der Grupo Especial wird durch das Los bestimmt, es treten Karnevalssonntag und -montag jeweils 6 Sambaschulen auf. Jede dieser Escolas tritt mit 3000 bis 5000 Teilnehmern an, aufgeteilt in bis zu 40 Gruppen mit 5 bis 8 Festzugswagen (die aus Sicherheitsgründen nur von Hand gezogen werden dürfen), die jeweils genau 82 Minuten Zeit für ihre Parade bekommen . Ein Überschreiten, aber auch ein Unterschreiten dieses Zeitlimits kostet sie wertvolle Punkte.
Bewertet werden „unter anderen die rhythmische Präzision der Trommler, die Art und Weise, in der Gesang, Trommelspiel und Tanz aufeinander abgestimmt sind, die künstlerische Umsetzung des Themas, die Präsentation der Fahnenträgerin (porta estandarte, die traditionell mit dem mestre sala jedem Zug vorangeht; der Verfasser) und des ‚Zeremonienmeisters‘ (mestre sala) sowie die Geschlossenheit des Auftritts der escola insgesamt